Fassadenfarbe Test

Unabhängig davon, ob für glatte, feine oder grobe Oberflächen, Fassadenfarben sind jetzt in jeder beliebigen Ausführung erhältlich. Auch Innenanstriche nach der Norm DIN EN 13 300 sind kein Problem mehr. Sowohl für den Neubau als auch für die Renovierung stehen im Fachhandel eine große Auswahl an Fassadenfarben zur Verfügung. Durch das verstärkte Umweltbewusstsein der Kunden sind die Produzenten gezwungen, nachhaltigere Produkte anzubieten. Problematische Lösungsmittel stellen nur noch einen geringen Anteil in der Flüssigphase dar. Der Rest ist überwiegend Wasser. Die Einteilung der Fassadenfarben erfolgt nach Bindemitteln, weil diese Auskunft über die wichtigsten anwendungsrelevanten Merkmale geben.

Arten von Fassadenfarben und ihre Eigenschaften

Nano-Farben

So genannte Nano-Fassadenfarben sind im Grunde genommen nichts Neues. Obwohl sie erst seit 2007 im Sortiment der Hersteller zu finden sind, sind sie nicht wirklich ein neuer Produkttyp. Aus Sicht des Marketings ist die Kennzeichnung von Fassadenfarben mit Nano allerdings sehr wirkungsvoll. Es wird behauptet, dass die Farben die Fassade länger sauber halten. Wie gerechtfertigt es ist, die bisher großen Hoffnungen auf Nano-Technologie im Hinblick auf Fassadenfarben etwas zu dämpfen, belegt ein genauer Blick auf die bisherigen Erfahrungswerte. Weil die Nanofarben außerordentlich hart werden, entstehen gerne Risse. Man vermischt sie deshalb oft mit herkömmlichen Bindemitteln, wie z.B. Siliconharz- oder Dispersionsbindemitteln. Zudem ist das optimale Mischungsverhältnis dieser Flüssigkeiten nicht definiert. Da jeder Produzent seine eigene Einschätzung dazu trifft, sind nicht alle Farben gleichermaßen schmutzabweisend und haben abweichende Eigenschaften. Kurzum: Mit einer Nano-Fassadenfarbe allein lässt sich nicht das gewünschte Ergebnis erzielen. Viele Kunden sind von der viel beworbenen neuen Technologie enttäuscht. Zur Klassifizierung der Farben ist die hauptsächlich enthaltene Art des Bindemittels ausschlaggebend, da es die Eigenschaft der Fassadenfarbe entscheidend bestimmt. Die Nanotechnologie beeinflusst diese Grundeigenschaften nicht, so dass keine neue Produktkategorie entsteht. Die bisherigen drei Gruppen, Dispersionssilikat-, Siliconharzemulsions- und Kunststoffdispersionsfarben, sind weiterhin gültig.

Silikonharzfarben

Die Bindung der Silikonharzfarbe beruht auf purem Silikon. Hinzu kommen Kunststoffdispersionen und organische Lösungsmittel.
Auf diese Weise kombinieren sich die Qualitäten der Dispersions- und Silikatfarben. Das Besondere an diesen Farben ist der so genannte Lotus-Effekt, welcher den Siliconharzfarben einen selbstreinigenden Effekt verleiht, der Wasser optimal abweist und somit auch Schmutz wie Staub oder Pollen selbständig wegspült. Zum anderen lässt die Farbe das bemalte Mauerwerk atmen, die Feuchtigkeit vermag also nach außen zu verdunsten und wird durch den Farbauftrag gestoppt.
Zudem bieten Siliconharzfarben mehr Sicherheit gegen Schimmel und Moos als konventionelle Dispersionsfarben.
Merke: Weil Silikat- und Dispersionsfarbe ähnliche Eigenschaften aufweisen, hat die Silikonharzfarbe auch dieselbe Schwäche: Die schlechte Umweltverträglichkeit durch die Verwendung bestimmter Lösungsmittel.

Silikatfarben

Silikatfarben setzen sich aus Wasser, wasserglasfesten, nicht organischen Pigmenten und Mineralfüllstoffen, wie etwa Quarzglassand, zusammen. Außerdem enthalten sie keine organischen Komponenten wie Kunststoffdispersionen. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass die Farbe eine auf chemischer Ebene unlösliche Bindung mit dem mineralischen Untergrund bildet und somit eine dauerhafte und widerstandsfähige Beschichtung ergibt. Die Silikatfarbe hat weiterhin den Vorzug, dass sie sowohl feuchtigkeitsregulierend als auch wetterresistent ist und somit einen hervorragenden Algen- und Schimmelpilzschutz garantiert. Darüber hinaus ist sie sehr widerstandsfähig, was Luftverunreinigungen, schwefelhaltige Auspuffgase und sauren Regen betrifft. Der Nachteil der Silikatfarbe gegenüber anderen Fassadenfarben ist, dass sie schwierig zu verarbeiten und daher kostenintensiver ist.

Dispersionsfarben

Zu den Hauptkomponenten von Dispersionsfarben gehören Farbpigmente, Wasser und eine Bindemittelemulsion. Farbpigmente und Wasser sind in der Regel nicht ineinander lösbar. Sie können jedoch aufgrund der Beimischung des Bindemittels nahezu ohne sichtbare Entmischung vermengt werden. Das Wasser verflüchtigt sich nach dem Anstrich, und zurück bleibt eine Lage farbigen Bindemittels. Insgesamt kann man festhalten, dass die Deckkraft von Dispersionsfarben sehr gut ist, sie reflexionsfrei sind und sich leicht auftragen lassen. Allerdings beinhaltet die Dispersionsfarbe üblicherweise Konservierungsmittel, wie z.B. Biozide, um bakteriellen Befall und die Entstehung von Schimmelpilzen zu verhindern. Diese Substanzen belasten nicht nur die Umwelt, sondern können sogar allergische Reaktionen provozieren.

Dispersionssilikatfarben

Unter dem Terminus Dispersion versteht man das in Fassadenfarben vorhandene Bindemittel, welches in Wasser distribuiert wird, allerdings nicht in Lösung geht und somit chemisch bindet. Anders als bei reinen Silikatfarben werden in Dispersionen-Silikatfarben zusätzlich zu Wasserglas 5% organische Bestandteile wie beispielsweise Kunstharzdispersion beigefügt, um als Bindemittel zu wirken. Entscheidend ist, dass diese 5 % nicht überstiegen werden. Nur so entsteht eine qualitativ tadellose Mineralfarbe mit den dazugehörigen Qualitäten, wie dem Schutz vor Umwelteinflüssen. Weiterhin hat diese Beimischung den Vorzug, auf manchen sensiblen Untergründen besser einsetzbar zu sein und stellt eine besonders stabile und beständige Verbindung mit einem mineralischen Trägermaterial her.

Kalkfarben

Tragen Sie eine Kalkfarbe auf, sollten Sie sich für eine hochwertige Sumpfkalkfarbe entscheiden. Durch ein Spezialverfahren wird der Sumpfkalkstein strukturell veredelt und gereinigt, er ist wasserfest und schneeweiß. Er hat eine Reihe von Vorteilen. Ältere Gebäude sind in der Regel von Anfang an mit Kalkfarben gestrichen worden und bewahren ihren typischen Charakter. Durch die diffusionsoffene Farbe entsteht ein gesundes Raumklima. Kalkfarbe wird nicht nur umweltfreundlich hergestellt, sondern ist auch biologisch abbaubar und benötigt keine Konservierungsmittel. Aufgrund des hohen pH-Wertes werden Keime und Schimmelpilze abgetötet, was zusammen mit ihrer Geruchsneutralität und der Emissionsärme die Farbe perfekt für Allergiker macht. Auch im Innenbereich ist sie problemlos verwendbar. Das macht Kalkfarbe zu einer der gesünderen und umweltfreundlicheren Naturfarben, was für diese Farbe ein eindeutiger Pluspunkt ist! Für knapp 40 € bekommt man 10 l qualitativ hochwertiger Farbe, der Preis liegt also noch im Rahmen. Ein Nachteil ist die Farbbeständigkeit solcher Farben. Moderne Kalkfarben bestehen damals wie heute überwiegend aus Calciumhydroxid und Wasser, wobei die Wasseranteile beim Trocknen verdampfen. Die verbleibende Schicht absorbiert kontinuierlich Feuchtigkeit, ohne sie wieder abzugeben. Infolgedessen nehmen Kalkfassadenfarben regelmäßig dunkle Farben an, wenn es regnet. Der Farbton erscheint bei Nässe leicht durchscheinend zu sein, erst beim Trocknen kehrt die schneeweiße, deckende Farbe zurück. Die Kalkfarbe auf der Fassade wird allerdings nicht abgewaschen, wenn es wirklich eine qualitätsgerechte Farbe für Außenwände ist. Der Härtungsprozess wird nicht allein durch Verdunstung, sondern in erster Linie durch eine chemische Reaktion mit dem Kohlendioxid aus der Luft vollzogen.

Kaufberatung

Wasser- und Waserdampfdurchlässigkeit

Es ist möglich, Fassadenfarben nach bauphysikalischen Merkmalen zu klassifizieren. Wie wirksam die Farbe vor Regen schützt, ist der w-Wert. Die meisten gebräuchlichen Farben sind wasserundurchlässig. Einen zweiten Wert stellt die Wasserdampfdurchlässigkeit dar, auf der Verpackung und Anleitung als sd-Wert angegeben. Diese Größe steht für den Diffusionswiderstand einer Komponentenschicht. Als geeigneter Wert für Fassadenfarben hat sich ein sd-Wert von < 2,0 m bewährt. Grundsätzlich sollten diese beiden Faktoren zusammen betrachtet werden. Wenn die Farbe gleichzeitig sehr diffusionsfähig ist und daher schnell trocknet, ist eine hohe Wasserdurchlässigkeit nicht ungünstig. Je stärker die Diffusionsfähigkeit, desto schneller entweicht die Feuchtigkeit aus der Beschichtung.

Kaufkriterien

Es hört sich vielleicht seltsam an, aber die Farbgebung ist zweitrangig bei den Fassadenfarben. In jedem Fall wird dadurch nicht entschieden, welche der unzähligen Dosen aus dem Regal des Baumarktes geholt werden soll. Stattdessen sind die technischen Eigenschaften ausschlaggebend. Das schönste Aussehen ist bedeutungslos, wenn man es nicht bewahrt. Die Witterungs- und Farbtonbeständigkeit erfüllen diese Aufgabe. Diese gewährleisten, dass der Putz nicht feucht wird und weder Algen-verseucht noch kältedurchlässig ist. Um ein Bauobjekt neu zu streichen, gilt es zunächst, es richtig einzuschätzen. Dabei sind Beschaffenheit und Material der Fassade am offensichtlichsten. Es gibt jedoch noch andere Fragestellungen, die es zu klären gilt. Welches Klima herrscht in der Region vor? Und welches Wetter überwiegt? Gibt es Dauerregen, Dauerfrost oder andere extreme Wetterphänomene? Befindet sich das Gebäude möglicherweise an einer stark befahrenen Straße und ist dadurch zunehmend verschmutzter Luft ausgesetzt? Gibt es in der Nähe eine spezielle Industrie? Ist ein Pilz- oder Algenbefall möglich? Wie ist die Vorgeschichte des Objekts? Zugegeben, die Wahl der richtigen Fassadenfarbe ist nicht einfach. Aber darüber brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. Für jede Fassade gibt es die richtigen Farben. Man muss sich nur ein wenig Zeit nehmen und sich mit dem Thema beschäftigen. Eine übereilte und ungeduldige Wahl kann sich schnell rächen. Ein nützlicher Helfer dabei sind Vergleichstabellen. Sie geben einen groben Überblick. Beim Vergleichen ist jedoch Vorsicht geboten. Silikonverstärkte Kunststoffdispersionsfarben zum Beispiel haben einen geringen Silikonanteil und sind deshalb nicht direkt mit Silikonharzfarben vergleichbar. Solche Tabellen geben einen Überblick, sollten aber nicht als Entscheidungsgrundlage verwendet werden. Entscheidend ist, auf welcher Grundlage die Fassadenfarbe arbeitet und welche Anforderungen sie erfüllen muss.

Wahl des Farbtons

Wenn man sich so in den Städten und Dörfern in Deutschland umblickt, könnte man meinen, es gäbe nur eine Handvoll Farbtöne. Im Heimwerkerregal sieht es viel farbenfroher aus. Kunststoffdispersionsfarben lassen sich in nahezu jedem Farbton herstellen. Silikat- und Silikonharzfarben stehen in deutlich weniger Farbvarianten zur Verfügung. Wem sehr strahlende Farbtöne wichtig sind, wird nur glücklich werden, wenn er für sein Projekt die richtigen Kunststoffdispersionsfarben benutzt. Bei der Farbauswahl sollte man allerdings das Gesetz nicht vergessen. Die zugelassenen Farben variieren von Gemeinde zu Gemeinde. Eine Klärung empfiehlt sich daher immer im Voraus. Nicht überall möchte man es gerne bunt haben. Wenn die Farbe im Nachhinein noch einmal umgestaltet werden muss, kann das ziemlich teuer werden.

Spoiler-Titel

In dem nachfolgenden Video erhalten Sie ein paar kurze Tipps, was Sie beim Streichen Ihrer Fassade beachten sollten.

   
Achten Sie bei Fassadenfarben stets darauf, dass man die Verwendung der Fassadenfarbe für das Streichen von Außenwänden vorsichtig angeht. Wie bei allen Werkzeugen im Bereich Farbe, ist es bei Fassadenfarbe eine Tatsache, dass eine Gefahr von Verletzungen besteht. Daher sind bei der Exterieur-Farbe Sicherheitsvorschriften zu gewährleisten. Diese Gefahr spricht selbstredend nicht gegen den zweckbestimmten Betrieb von solchen Werkzeugen, denn für Sanierungen ist die Kalkfarbe ja bekanntlich entwickelt worden. Wie auch die Silikatfarbe für zementgebundene und poröse Untergründe und die Dispersionsfarbe für farbenfrohe Fassaden adäquat ist.

Diese Fassadenfarben sind die besten

  • Dispersionsfarbe
  • Hoher Regenschutz
  • Geruchsarm
  • Hoher Weißgrad
  • Schützt den Untergrund
  • Witterungs- und wetterbeständig
  • Verschönert das Haus durch die Kolorierung
  • Top Fassadenfarbe

     

  • Silikatfarbe
  • Schützt vor Algen und Moos
  • Hohe Wasserdampfdurchlässigkeit
  • geringe Körnergröße
  • Streiflichtunempfindlich
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  • Kalkfarbe
  • Atmungsaktiv
  • Wischfest
  • Hoher Weißgrad
  • Sehr gutes Deckvermögen
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