Allgemein gesprochen sind Fräsen Werkzeuge, mit denen primär Holz bearbeitet wird. Das gilt selbstverständlich auch für die Tischfräse. Man muss hier direkt sagen, dass die Tischfräse als konkretes Werkzeug etwas schwammig definiert ist, denn häufig wirft man alle Fräsen, die mit einem stabilen Tisch arbeiten als Tischfräse, Frästisch oder Tischfräsmaschine in einen Hut. Dementsprechend ist es streckenweise schwierig, sich für das richtige Gerät zu entscheiden. In dieser Hinsicht wollen wir versuchen, Ihnen mit unserem Test weiterzuhelfen. Schließlich wäre es äußerst ärgerlich, wenn Sie sich letztendlich für ein ungeeignetes Modell entscheiden. Testberichte wie unsere sollen Ihnen dabei helfen, sich selbst ein Bild zu schaffen und Ihnen alle nötigen Informationen an die Hand zu geben.

Funktionsweise

In groben Zügen betrachtet ähnelt ein Fräser in der Funktion einer Bohrmaschine. Der Unterschied ist aber, dass kein Bohrkopf, sondern verschiedene, jeweils auf die Werkstücke anpassbare Vorschubrichtungen zur Verfügung stehen. Dadurch wird eine Vielzahl von teilweise recht komplexen Formen zur Verfügung, die eine Fräsmaschine hervorbringen kann.
Das Besondere bei einer Tischfräse ist hierbei, dass die Fräse – wie der Name es schon andeutet – auf einem Maschinentisch montiert ist. Dieser Tisch ist in Abhängigkeit vom Werkstück horizontal oder vertikal einstellbar. Der Fräskopf hingegen ist mobil angebracht, was eine Vielzahl an Bearbeitungsmöglichkeiten zur Verfügung stellt. Angetrieben wird die Maschine von einem in der Regel strombetriebenen Motor, dessen Leistung natürlich von Modell zu Modell unterschiedlich ist. Hochklassige Modelle erreichen dabei eine Drehzahl von bis zu 30000 Drehungen/Minute. Die eigentliche Bearbeitung erfolgt, indem das Werkstück durch die Tischfräse hindurch geschoben wird. Teilweise sind Frästische auch mit Spannzangen ausgestattet, um die Arbeit einfacher und sicherer zu gestalten.

  • Anwendungsgebiete

    • Bei einer Tischfräse handelt es sich um ein sehr vielseitiges Gerät, das vor allem Holz auf unterschiedliche Weise zu bearbeiten vermag. Durch einen Wechsel der Fräsköpfe kann die Präzision, die Größe des Abtrags und die Form der Bearbeitung sich teilweise sehr stark unterscheiden, so dass sich die unterschiedlichst geformten Gegenstände verschiedener Kategorien herstellen lassen. Es gibt aber durchaus Bereiche, die man als Haupteinsatzgebiete einer Tischfräse definieren kann. Sehr gerne wird dieses Gerät zum Beispiel für die Bearbeitung von Leisten verwendet, deren geschwungene Bräche problemlos mit der Fräse in Form gebracht werden können. Auch beim Einfräsen von Nuten und dem Abschrägen von Kanten schwören viele Heim- und Handwerker auf die Tischfräse als Werkzeug ihrer Wahl.

     

    Tischfräse und Oberfräse

    Vorteile der Tischfräse

    Die Oberfräse wird häufig auch als Tischfräse aufgeführt, aber das ist nur bedingt richtig. Zwar kann eine Oberfräse stationär genutzt, also an einem Tisch montiert werden, aber das ist nicht zwangsläufig der Fall. Solche Maschinen sind meist auch als Oberfräsentisch deklariert. Prinzipiell kann dieses Gerät nämlich auch von Hand, bei weniger leistungsstarken Geräten sogar einhändig genutzt werden. Die Drehzahl kann bei einer Oberfräse zwischen 7000 und 30000 Umdrehungen pro Minute schwanken. Teilweise ist die manuelle Bedienung der Oberfräse auch sinnvolle, da sie im Gegensatz zur klassischen Tischfräse von oben an das Werkstück herangeführt wird. Hauptsächlich wird sie für das Fräsen von Nuten, Fasen oder Profilen eingesetzt. Der klare Vorteil der Tischfräse liegt in ihrer Vielseitigkeit. Mit den entsprechenden Aufsätzen kann man mit dieser Fräsmaschine nicht nur Nuten oder Ähnliches fräsen, sondern auch Löcher bohren oder das Werkmaterial in lupenreine geometrische Formen bringen. Das macht die Tischfräse sowohl für professionelle Handwerker als auch für die Heimwerker-Werkstatt interessant. Zudem ist die Tischfräse Dank der Bauweise ihres Maschinentisches extrem robust und stabil. Zeitgleich ist sie deutlich sicherer als mobilere Fräsen. Allerdings ist darin auch der Schwachpunkt der Tischfräse zu finden: Wenn man Mobilität für sein Gerät braucht, ist man mit einer Tischfräsmaschine natürlich schlecht bedient und sollte eher eine für den Handbetrieb gedachte Variante wählen.
  • Zubehör

    Bei einer Tischfräse gibt es natürlich das ein oder andere Accessoire, das den Betrieb komfortabler, präziser oder sicherer machen kann. Diesbezüglich sollten Sie auch stets den Lieferumfang des Gerätes im Blick behalten, teilweise werden Tischfräsmaschinen mit einem großzügigen Zubehörpaket ausgestattet. Ein einfaches Zubehörteil, an das man oft nicht denkt, sind beispielsweise flexible Lineale. Mit diesen ist es möglich, Rundungen genau zu bestimmen, zu überprüfen und dann notfalls nachzuarbeiten.

    Schiebestöcke und Schiebegriffe sind kleine Helfer, die Ihnen einen sichereren Umgang mit der Fräse bieten können, da Sie das Werkstück dann nicht mehr mit der Hand voranschieben müssen.

    Ein Parallelanschlag ist hilfreich, wenn es Ihnen darum geht, bei einem Werkstück gleichmäßige Abstände der Bohrungen oder Fräsungen zu erzielen.

    Gold wert ist auch eine Absaugeinrichtung beziehungsweise ein Staubsaugeradapter. Mit einem solchen Zubehörteil ist es Ihnen möglich, den Arbeitsplatz sauberer zu halten, da abgetragene Holzfragmente sofort abgesaugt werden.

    Ein letztes Feature, das häufig bereits eingebaut wurde, ist eine Arbeitsleuchte. Diese verschafft Ihnen eine gute Sicht auf Ihren Arbeitsplatz und macht es dadurch einfacher präzise und vor allem auch sicher zu arbeiten.

    Sicherheitshinweise

    Material des Werkstücks

    Die Tischfräse mag nicht unbedingt das gefährlichste Gerät sein, mit dem Sie in der Werkstatt arbeiten, aber das heißt nicht, dass Sie nicht einen gewissen Respekt vor dem Gerät haben sollten. Schließlich handelt es sich um eine sehr leistungsstarke Maschine, an der Sie sich bei unsachgemäßer Handhabung durchaus verletzen können. Die meisten Tischfräsen haben deshalb auch serienmäßige Sicherheitsvorkehrungen. Wie genau diese ausgeprägt sind, ist von Modell zu Modell unterschiedlich, aber üblicherweise ist es zumindest eine Verdeckung oder Schutzklappe, um den versehentlichen Kontakt mit dem Fräsaufsatz zu vermeiden.
    Wenn Sie ein Werkstück mit der Tischfräse bearbeiten, sollten sie die Hand flach und ohne Finger abzuspreizen, auf dem Werkstück belassen. Vermeiden Sie ruckartige Bewegungen, sonst könnten Sie abrutschen und sich eine Verletzung zuziehen. Im Idealfall schieben Sie das Werkstück nicht mit den Händen nach, sondern nutzen ein Schiebeholz. Für diese gibt es keine speziellen Anforderungen, außer, dass es natürlich die richtigen Dimensionen haben sollte, um an der Tischfräse verwendet zu werden. Ein Reststück von einem anderen Projekt genügt also vollkommen. Wie bei den meisten schwereren Geräten ist es auch bei der Tischfräse empfehlenswert, während der Arbeit eine Schutzbrille zu tragen, um vor eventuellen Splittern und Holzstaub geschützt zu sein.
    Die Reinigung der Maschine sollte selbstredend auch nur stattfinden, wenn zuvor die Stromzufuhr unterbrochen wurde. Achten Sie außerdem darauf, dass der Arbeitsplatz nicht zu feucht wird, um Kurzschlüsse und unnötige Abnutzungserscheinungen zu vermeiden.
    Fräsen sind grundsätzlich Geräte, die für die Holzbearbeitung konzipiert sind. In dieser Hinsicht ist auch die Tischfräse keine Ausnahme und die meisten Modelle sind darauf ausgerichtet, Holz zu fräsen oder anderweitig zu behandeln. Prinzipiell können mit einer solchen Fräse auch andere Materialien in Angriff genommen werden, jedoch ist Vorsicht geboten, da es eventuell zu Beschädigungen kommen kann. Was im Normalfall kein Problem darstellt, sind harte Kunststoffe, die ähnliche Materialeigenschaften aufweisen wie Holz. Plexiglas beispielsweise lässt sich überraschend gut bearbeiten, solange man eine niedrige Drehzahl wählt und darauf achtet, dass das Material nicht überhitzt. Machen Sie sich aber am besten vorher schlau, ob Ihr Modell für diese Arbeiten geeignet ist. Wobei Sie vorsichtig sein sollten ist die Bearbeitung von Metallen. Es ist durchaus möglich, Metalle, vor allem Aluminium, zu fräsen, aber die meisten Tischfräsen sind nicht darauf ausgerichtet und werden dementsprechend Probleme haben. Es gibt allerdings auch Tischfräsen, die speziell für die Metallbearbeitung gedacht sind. Sollten Sie also entsprechende Projekte im Sinn haben, sollten Sie gezielt nach einem solchen Modell Ausschau halten. Denken Sie aber daran, beim Metallfräsen auf zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen zu achten – hierbei kann es schnell zu Funkenflug kommen.

Kostenfaktor

Die Preisspanne ist bei Tischfräsen relativ groß und hängt ein Stück weit davon ab, was Sie von dem Produkt erwarten. Natürlich handelt es sich um keine Maschine im industriellen Maßstab, dementsprechend gibt es durchaus erschwingliche Modelle. In diesem Kontext heißt das, dass Sie ab etwa 200 € fündig werden können. Derartige Geräte sind allerdings wirklich nur für Heimwerker gedacht und weisen eine niedrige Motorleistung und Drehzahl auf. Für wirklich gute Tischfräsen sollten Sie hingegen ein Budget im vierstelligen Bereich einplanen. Dementsprechend sollten Sie vorher auch gut überlegen, ob sich diese Investition für Sie lohnt. Wenn Sie die Maschine regelmäßig einsetzen, rechnet es sich durchaus, eine eigene Tischfräse zu erstehen. Andernfalls jedoch sollten Sie eher überlegen, ein Gerät anzumieten oder Ihr Projekt einem Fachbetrieb zu überlassen.